Es wird wieder ein Blick in den aktuellen Arbeitsmarktbericht geworfen, den die Bundesagentur für Arbeit monatlich zum Ende hin veröffentlicht. Wir entnehmen daraus stets die neuesten Zahlen zum Gründungszuschuss, dem Instrument zur Förderung der Gründung aus der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Neuanträge ist erneut im Vergleich zum Vormonat gesunken. Dies hat erstmals seit Monaten auch Auswirkungen auf die Gesamtzahl der Geförderten.
Mit dem Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit sollen Existenzgründer, die aus der Arbeitslosigkeit heraus starten, finanzielle Probleme zu Beginn überbrücken und trotz des allgemeinen Risikos der Gründung den eigenen Unterhalt sichern können.
- Gründungsinteressierte, die sich derzeit in der Arbeitslosigkeit befinden, Arbeitslosengeld empfangen und sich hauptberuflich selbstständig machen wollen, sind berechtigt, einen Antrag auf den Gründungszuschuss zu stellen.
Aber so gut das Förderprogramm klingt, so schwierig ist es für viele, rein zu kommen. Denn noch vor Antragstellung müssen Gründungswillige mit einem Berater der Bundesagentur für Arbeit über das allgemeine Konzept und die konkreten Pläne zur Selbstständigkeit sprechen. Hierbei sind die eigenen fachlichen Voraussetzungen und Grundkenntnisse zum Vorhaben unter Beweis zu stellen. Ziel ist es, den Berater vom Potenzial der Idee zu überzeugen. Der Erhalt des Gründungszuschusses ist also verhältnismäßig streng reglementiert, aber mit guter Vorbereitung zu schaffen.
Unser Tipp: Erstellen Sie Ihren Businessplan gewissenhaft – im Idealfall mit einem Gründercoach – und lassen Sie das Konzept nochmals prüfen, bevor Sie den Antrag auf den Gründungszuschuss bei der Bundesagentur für Arbeit einreichen.
Wir haben eine Infografik mit den 10 wichtigen Punkten für den Businessplan erstellt und auf t3n einen Gastbeitrag mit 10 Gründen, eine Businessplan zu schreiben, veröffentlicht. Und damit das Schreiben einfacher geht, finden Sie hier hilfreiche Businessplan-Tools.
Für Juli 2015 gehen folgende vorläufige Zahlen zum Gründungszuschuss aus dem Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit hervor:
- Im Juli wurden hochgerechnet 2.393 Neuanträge bewilligt, das sind etwa 9 % weniger als im Vormonat und sogar 19 % weniger, wenn man dies mit dem Juli aus dem Vorjahr vergleicht.
- Mit dem Gründungszuschuss wurden im Juli 2015 insgesamt 26.000 Gründer gefördert. In den Vormonaten waren es jeweils noch 27.000 Gründer.
- In den vergangenen zwölf Monaten soll in 30.000 Fällen ein Gründungszuschuss gewährt worden sein. Auch hier waren es bisher stets 1.000 Fälle mehr pro Monat.
Im Jahresverlauf ergibt sich das folgende Diagramm für die bewilligten Anträge auf den Gründungszuschuss:

Bewilligte Anträge auf den Gründungszuschuss (Quelle: Bundesagentur für Arbeit; eigene Darstellung)
Die Zahl der bewilligten Neuanträge auf den Gründungszuschuss ist im Juli 2015 nochmals gesunken und so schrumpft auch die Gruppe der durch den Gründungszuschuss insgesamt geförderten Existenzgründer um 1.000 Fälle auf 26.000 Geförderte.

Gesamtzahl der Gründer, die den Gründungszuschuss erhalten (Quelle: Bundesagentur für Arbeit; eigene Darstellung)
Gründungswillige, die davon überzeugt sind, dass ihre Geschäftsidee Potenzial hat, obwohl eine Bewilligung des Gründungszuschusses ausbleibt, sollten sich nach alternativen Möglichkeiten umsehen, um ihr Gründungsvorhaben zu finanzieren. Möglichkeiten bieten:
Zu guter Letzt haben Gründungsinteressierte auch die Möglichkeit, zu klagen, wenn sich die Bundesagentur für Arbeit quer stellt und den Antrag auf den Gründungszuschuss ablehnt. Hierfür ist es ratsam, den Ablehnungsbescheid von einem Rechtsanwalt prüfen zu lassen. Existenzgründern wird empfohlen, sich bereits vor der Arbeitslosigkeit bzw. vor Abgabe des Antrags gründlich über die möglichen Ablehnungsgründe zu informieren.
- Lesen Sie auch unsere Interviews mit Gründercoach und Anwalt Sandeep Chhatwal zu den üblichen Hürden beim Gründungszuschuss und die wichtigsten Fragen zur erfolgreichen Antragstellung.
Auf Für-Gründer.de erfahren Sie mehr über den Gründungszuschuss und die Gründung aus der Arbeitslosigkeit. Sprechen Sie auch mit einem Gründercoach!